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Jörg Immendorff– Werke, Preise und Informationen für Sammler

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Jörg Immendorff

Jörg Immendorff (1945–2007) gehört zu den bedeutenden deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Bekannt wurde er vor allem mit seinen expressiven Gemälden und dem Werkzyklus „Café Deutschland“. Doch sein künstlerisches Schaffen ist wesentlich vielseitiger. Neben der Malerei entstanden zahlreiche Zeichnungen, Druckgrafiken und Editionen sowie später die Werkgruppen „Café de Flore“ und „Affentheater“.

Immendorff setzte sich in seiner Kunst intensiv mit Deutschland, Politik und Gesellschaft auseinander. Gleichzeitig interessierte ihn die Frage, welche Rolle ein Künstler in seiner Zeit einnehmen kann. Seine Arbeiten sind deshalb häufig politisch, beschäftigen sich aber ebenso mit Kunstgeschichte, Künstlerpersönlichkeiten und seiner eigenen Position als Künstler.

Jörg Immendorff und die deutsche Kunst

Jörg Immendorff gehörte zu einer Generation deutscher Künstler, die sich bewusst mit der gesellschaftlichen und politischen Wirklichkeit auseinandersetzte. Für Immendorff war Kunst nicht nur eine persönliche Ausdrucksform. Er wollte mit seinen Arbeiten Stellung beziehen und Themen ansprechen, die ihn und seine Zeit beschäftigten.

Besonders deutlich wird dies in seinen Arbeiten zur deutschen Teilung. Immendorff entwickelte dafür eine Bildsprache, in der politische Symbole, historische Persönlichkeiten und Figuren aus seinem eigenen Umfeld miteinander verbunden werden. Seine Bilder erzählen dabei häufig eine Geschichte, ohne eine einzige eindeutige Antwort vorzugeben.

Immendorff blieb jedoch nicht dauerhaft bei dieser politischen Bildsprache. Sein Werk veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich. Später rückten zunehmend Künstler, Kunstgeschichte und die eigene Rolle innerhalb des Kunstbetriebs in den Mittelpunkt.

Gerade diese Entwicklung macht Jörg Immendorff interessant. Sein Werk lässt sich nicht auf den Begriff des „politischen Künstlers“ reduzieren. Es zeigt vielmehr, wie sich seine Themen und seine Sicht auf die Kunst im Laufe seines Lebens verändert haben.

Warum ist Jörg Immendorff heute noch interessant?

Immendorffs Themen sind eng mit seiner eigenen Zeit verbunden – und trotzdem nicht ausschließlich historisch. Fragen nach gesellschaftlicher Verantwortung, politischer Haltung und der Rolle von Kunst sind weiterhin aktuell. Seine Arbeiten verbinden diese Themen mit einer sehr persönlichen Bildsprache und sind dadurch auch für heutige Betrachter unmittelbar zugänglich.

Jörg Immendorff und Düsseldorf

Düsseldorf spielte im Leben und Werk von Jörg Immendorff eine zentrale Rolle. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und war dort Schüler von Joseph Beuys. Die Auseinandersetzung mit Beuys und dessen erweitertem Kunstbegriff beeinflusste Immendorff nachhaltig.

Die Düsseldorfer Kunstszene blieb auch nach seinem Studium ein wichtiger Teil seines Umfelds. 1996 kehrte Immendorff als Professor an die Kunstakademie zurück und lehrte dort bis 2004.

Düsseldorf war damit nicht nur der Ort, an dem Immendorff studierte. Die Stadt begleitete seine gesamte künstlerische Entwicklung und steht bis heute eng mit seinem Namen in Verbindung.

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Kunstakademie Düsseldorf

Immendorff und Joseph Beuys

Jörg Immendorff studierte bei Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf. Beuys verstand Kunst nicht nur als Herstellung von Bildern und Objekten, sondern als Möglichkeit, gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen. Immendorff entwickelte daraus seine eigene Position. Seine Kunst wurde politischer und gesellschaftlich engagierter, blieb aber deutlich stärker an der klassischen Malerei orientiert.

Was macht Jörg Immendorffs Kunst besonders?

Immendorffs Arbeiten fallen häufig durch ihre expressive Bildsprache auf. Kräftige Farben, große Figuren und ungewöhnliche Bildkompositionen sorgen für eine unmittelbare Wirkung. Gleichzeitig sind seine Bilder voller Symbole, Anspielungen und Verweise.

Politik und Gesellschaft bilden dabei nur einen Teil seines Werkes. Immendorff beschäftigte sich ebenso mit Kunstgeschichte und mit anderen Künstlern. In späteren Arbeiten wurde die Kunst selbst zunehmend zum Thema.

So entstand im Laufe seiner Karriere eine Vielzahl unterschiedlicher Bildwelten. „Café Deutschland“ steht für die intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung. In „Café de Flore“ und „Affentheater“ verschiebt sich der Blick stärker auf Künstler, Kunst und die eigene Rolle als Künstler.

Immendorffs besondere Qualität liegt deshalb auch darin, dass er seine Bildsprache immer wieder verändert hat, ohne seine unverwechselbare Handschrift zu verlieren.

Jörg Immendorff als Grafiker

Neben seinen Gemälden nahm die Druckgrafik einen wichtigen Platz in Immendorffs Werk ein. Er arbeitete mit unterschiedlichen grafischen Techniken und übertrug zentrale Motive und Bildideen auch in kleinere Formate.

Für Sammler sind seine Grafiken und Editionen besonders interessant, weil sich anhand dieser Arbeiten viele wichtige Themen und Werkgruppen nachvollziehen lassen. Gleichzeitig unterscheiden sich die einzelnen Arbeiten hinsichtlich Technik, Auflage, Format und Entstehungszeit.

Die Beschäftigung mit Immendorffs grafischem Werk lohnt sich deshalb auch unabhängig von seinen bekannten Gemälden. Gerade hier lässt sich erkennen, wie intensiv er mit Motiven, Figuren und Bildkompositionen experimentierte.

Café Deutschland – Jörg Immendorff und die deutsche Teilung

Mit der Werkgruppe „Café Deutschland“ schuf Jörg Immendorff einige seiner bekanntesten und wichtigsten Arbeiten. Ab 1977 entstanden großformatige Bilder, in denen er sich mit der politischen und gesellschaftlichen Situation des geteilten Deutschlands auseinandersetzte.

Ausgangspunkt war seine Freundschaft mit dem in der DDR lebenden Künstler A.R. Penck. Die beiden Künstler standen auf unterschiedlichen Seiten der deutsch-deutschen Grenze und konnten sich zunächst nur unter schwierigen Bedingungen begegnen. Diese persönliche Verbindung wurde für Immendorff zu einem wichtigen Ausgangspunkt seiner künstlerischen Auseinandersetzung mit der deutschen Teilung.

Das „Café Deutschland“ ist dabei kein reales Café. Immendorff erfand einen imaginären Ort, an dem unterschiedliche Menschen, politische Positionen und historische Ereignisse aufeinandertreffen konnten. Das Café wurde zu einer Art Bühne für ein geteiltes Deutschland.

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Jörg Immendorff, Café de Flore, 1992

Ein imaginäres Café als Bühne für Deutschland

Die Bilder aus dem „Café Deutschland“ sind ungewöhnlich dicht bevölkert. Politiker, Künstler, historische Persönlichkeiten und Figuren aus Immendorffs eigener Welt begegnen sich in einem gemeinsamen Bildraum.

Dadurch entsteht keine klassische Darstellung eines historischen Ereignisses. Vielmehr verbindet Immendorff unterschiedliche Situationen und Personen miteinander. Vergangenheit und Gegenwart stehen nebeneinander, reale Personen treffen auf erfundene Figuren.

Auch Immendorff selbst erscheint in seinen Bildern. Er ist damit nicht nur derjenige, der die Szene beobachtet, sondern wird selbst zu einem Teil des Geschehens.

Diese Mischung aus persönlicher Erfahrung, Politik und Kunstgeschichte ist typisch für die „Café Deutschland“-Bilder.

Warum heißt die Serie „Café Deutschland“?

Das Café ist ein erfundener Ort. Immendorff nutzt es als Bühne, auf der sich die unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Kräfte des geteilten Deutschlands begegnen. Der Name „Café Deutschland“ macht dabei bereits deutlich, dass es um mehr geht als um einen bestimmten Ort: Das Café wird zum Sinnbild für ein Land, das politisch und gesellschaftlich geteilt ist.

Jörg Immendorff und A.R. Penck

Die Freundschaft zwischen Jörg Immendorff und A.R. Penck spielt eine besondere Rolle in der Entstehung von „Café Deutschland“. Penck lebte in Dresden und damit zunächst auf der anderen Seite der innerdeutschen Grenze. Immendorff beschäftigte sich intensiv mit seiner Situation und machte die deutsch-deutsche Trennung zu einem zentralen Thema seiner Kunst.

Penck taucht deshalb immer wieder in Immendorffs Arbeiten auf. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit der beiden Künstler selbst zu einem Beispiel dafür, dass die politische Grenze den künstlerischen Austausch nicht vollständig verhindern konnte.

Für Immendorff war Penck dabei nicht nur ein Künstlerkollege. Die Beziehung machte die deutsche Teilung für ihn zu einer persönlichen Erfahrung.

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A.R. Penck, Foto by Oliver Mark

Zwei Künstler auf beiden Seiten der Grenze

Jörg Immendorff lebte in Düsseldorf, A.R. Penck in der DDR. Ihre Freundschaft entwickelte sich deshalb unter ungewöhnlichen Bedingungen. Immendorff machte diese Situation zum Thema seiner Kunst und stellte Penck immer wieder in seinen Bildern dar. Die persönliche Beziehung zwischen den beiden Künstlern ist ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis von „Café Deutschland“.

Die Düsseldorfer Kunstszene in Café Deutschland

Obwohl „Café Deutschland“ ein fiktiver Ort ist, tragen die Bilder viel von der Atmosphäre der Düsseldorfer Kunst- und Kulturszene dieser Zeit in sich. Immendorff bewegte sich in einem Umfeld, in dem Künstler, Galeristen, Musiker und andere Kulturschaffende regelmäßig aufeinandertrafen.

Als mögliche Vorbilder für die Räume werden unter anderem die Düsseldorfer Diskothek „Revolution“ und der „Ratinger Hof“ genannt. Diese Orte waren Teil einer lebendigen Szene, in der sich Kunst, Musik und gesellschaftliche Diskussion miteinander verbanden.

Das erklärt auch die besondere Atmosphäre der Bilder: Das Café wirkt weniger wie ein ruhiger Ort zum Sitzen als wie eine Bühne, auf der ständig etwas passiert.

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Ratinger Hof in Düsseldorf, legendäre Punkrock Kneipe, Foto by Ralf Zeigermann

Künstler, Politiker und historische Persönlichkeiten

Immendorff bevölkert seine „Café Deutschland“-Bilder mit zahlreichen bekannten und weniger bekannten Figuren. Künstlerkollegen stehen neben Politikern und historischen Persönlichkeiten. Dadurch entsteht eine Art Bildcollage der deutschen Gegenwart und Vergangenheit.

Dabei geht es Immendorff nicht darum, jede Person möglichst realistisch zu porträtieren. Die Figuren übernehmen vielmehr bestimmte Rollen innerhalb der Bildgeschichte.

Auch Künstler wie Joseph Beuys und Georg Baselitz gehören zu Immendorffs künstlerischem Umfeld und erscheinen in seinem Werk. A.R. Penck nimmt dabei eine besondere Stellung ein, weil seine persönliche Verbindung zu Immendorff unmittelbar mit dem zentralen Thema der Serie verbunden ist.

Café Deutschland und die deutsche Wiedervereinigung

Nach dem Fall der Berliner Mauer und der deutschen Wiedervereinigung wurde Immendorffs „Café Deutschland“ rückblickend besonders interessant. Die Serie hatte sich bereits Jahre zuvor intensiv mit der deutschen Teilung beschäftigt.

Dadurch wurde Immendorff nach 1989 teilweise als Künstler wahrgenommen, der die Wiedervereinigung künstlerisch vorweggenommen hatte. Tatsächlich ging es ihm in seinen Bildern weniger darum, eine konkrete politische Zukunft vorherzusagen. Er beschäftigte sich vielmehr mit den Widersprüchen und Konflikten, die aus der deutschen Teilung entstanden waren.

Gerade deshalb wirken viele der Bilder heute wie ein visuelles Dokument ihrer Zeit und gleichzeitig wie eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit Deutschland.

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Mauerfall, Berlin am 9. November 1989

Café Deutschland als Schlüsselwerk von Jörg Immendorff

„Café Deutschland“ nimmt innerhalb von Immendorffs Werk eine besondere Stellung ein. Die Serie verbindet seine politische Haltung, seine persönliche Beziehung zu A.R. Penck, seine Beschäftigung mit Deutschland und seine Nähe zur Düsseldorfer Kunstszene.

Gleichzeitig zeigt sich hier bereits ein Prinzip, das Immendorff auch in späteren Werkgruppen weiterverfolgte: Er schafft einen fiktiven Raum und lässt darin reale Personen, Künstler und historische Figuren miteinander agieren.

Aus dem politischen Café entwickelt sich später eine zunehmend persönliche und kunstbezogene Bildwelt. Immendorff beschäftigt sich immer stärker mit Künstlern, Kunstgeschichte und seiner eigenen Rolle als Künstler.

Warum sind die Café-Deutschland-Bilder so wichtig?

„Café Deutschland“ gilt als eine der wichtigsten Werkgruppen Jörg Immendorffs, weil hier mehrere zentrale Themen seines Schaffens zusammenkommen: Deutschland, Politik, persönliche Haltung, Künstlerfreundschaften und die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Kunst. Die Serie machte Immendorff international bekannt und wurde zu einem wichtigen Teil der deutschen Kunstgeschichte der 1970er und 1980er Jahre.

Jörg Immendorff und Joseph Beuys

Die Beziehung zwischen Jörg Immendorff und Joseph Beuys gehört zu den prägenden Konstellationen der Düsseldorfer Kunstszene. Als Immendorff 1964 an die Kunstakademie Düsseldorf kam, studierte er in der Klasse von Beuys. Für den jungen Künstler war Beuys dabei nicht nur ein Lehrer, sondern ein wichtiger Impuls für sein eigenes Verständnis von Kunst.

Beuys stellte die klassische Vorstellung vom Künstler und vom Kunstwerk grundsätzlich infrage. Kunst sollte für ihn nicht losgelöst von der Gesellschaft existieren, sondern sich mit ihr auseinandersetzen und auf sie einwirken. Diese Haltung beschäftigte auch Immendorff. Sie bestärkte ihn darin, seine Kunst nicht auf die reine Bildgestaltung zu beschränken, sondern politische und gesellschaftliche Fragen einzubeziehen.

Dabei wurde Immendorff nie zu einem bloßen Nachfolger seines Lehrers. Er entwickelte aus den Anregungen von Beuys eine eigene, stark figurative und gesellschaftlich engagierte Bildsprache. Gerade dieser eigenständige Umgang mit den Ideen seines Lehrers ist für die Beziehung zwischen beiden Künstlern interessant.

Beuys als Lehrer und künstlerischer Bezugspunkt

Die Verbindung zu Beuys endete nicht mit der Studienzeit. Immendorff setzte sich auch später immer wieder mit seinem ehemaligen Lehrer auseinander. Beuys erscheint in seinen Arbeiten als Künstlerfigur, aber auch als Symbol für eine bestimmte Vorstellung davon, was Kunst sein kann.

Dabei ging es Immendorff nicht einfach darum, seinen Lehrer zu porträtieren. Beuys wurde zu einer Figur, an der Immendorff auch sein eigenes Verständnis von Kunst spiegeln konnte. Die Frage, welche Rolle ein Künstler in der Gesellschaft einnehmen kann und wie weit Kunst über das einzelne Kunstwerk hinauswirken sollte, blieb für Immendorff ein wichtiges Thema.

Besonders eindrucksvoll wird diese Beziehung in einer Skulptur aus dem Jahr 2002 sichtbar. In der „Affenplastik“ stellt Immendorff Joseph Beuys zusammen mit seinem eigenen Alter Ego, dem „Maleraffen“, dar. Beuys führt den kleinen Affen an der Hand und weist mit ausgestrecktem Arm nach vorn.

Die Darstellung ist zugleich Hommage, persönliche Erinnerung und Selbstironie. Immendorff macht aus sich selbst einen kleinen Affen und stellt seinen ehemaligen Lehrer überlebensgroß daneben. Damit erzählt die Skulptur auf humorvolle Weise von einem Verhältnis, das seine künstlerische Entwicklung wesentlich mitgeprägt hat: der Schüler, der von seinem Lehrer beeinflusst wurde, aber längst seinen eigenen Weg gegangen ist.

Gerade deshalb ist die „Affenplastik“ mehr als eine Erinnerung an Joseph Beuys. Sie zeigt, wie Immendorff seine eigene Geschichte, seine Rolle als Künstler und seine Verbindung zu einem der wichtigsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts in einem einzigen Werk zusammenführt.

Immendorff als „Beuys-Schüler“

Immendorff war nicht einfach einer von vielen Studenten von Joseph Beuys. Beuys förderte den jungen Künstler früh und unterstützte bereits 1965 seine erste wichtige Ausstellung bei Alfred Schmela. Immendorff wiederum setzte sich intensiv mit den Ideen seines Lehrers auseinander. Die Verbindung blieb auch in späteren Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil seiner eigenen Kunst.

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Der Maleraffe – Immendorffs Alter Ego

Der Affe wurde ab den 1980er-Jahren zu einem der wichtigsten Motive in Immendorffs Werk. Er taucht in Gemälden, Grafiken und später auch in zahlreichen Skulpturen auf.

Immendorff bezeichnete den Affen als eine Art zweites Ich. Damit konnte er sich selbst als Künstler betrachten und gleichzeitig Abstand zu seiner eigenen Rolle gewinnen. Der Affe ist dabei manchmal Maler, manchmal Beobachter und manchmal eine bewusst komische Figur.

Diese Selbstironie ist typisch für Immendorff. Er nahm seine Kunst durchaus ernst, wollte aber gleichzeitig die Überhöhung des Künstlers infrage stellen.

Der Affe wurde dadurch zu einem persönlichen Markenzeichen. Besonders deutlich wird das in seinen späteren Bronzeplastiken.

Jörg Immendorff, Alter Ego, 1995

Die Affenplastik von 2002

Die „Affenplastik“ von 2002 gehört zu den bekanntesten plastischen Arbeiten Immendorffs. Die monumentale Skulptur zeigt Joseph Beuys mit einem kleinen Affen an der Hand. Dieser Affe ist Immendorff selbst – als „Maleraffe“.

Die Arbeit stand am GAP 15 am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf und macht die Beziehung zwischen Immendorff und Beuys auf ungewöhnlich direkte Weise sichtbar. Der kleine Affe folgt seinem Lehrer, während Beuys mit einer großen Geste nach vorne weist.

Die Darstellung ist dabei nicht frei von Humor. Immendorff setzt sich selbst als kleines Tier neben die überlebensgroße Figur seines Lehrers. Gerade diese Mischung aus Verehrung, Selbstironie und Distanz macht die Skulptur so interessant.

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Jörg Immendorff, Affenplastik, 2002 am Graf-Adolf-Platz in Düsseldorf

Was bedeutet der Affe bei Immendorff?

Der Affe ist bei Immendorff eine Art Alter Ego des Künstlers. Er steht für die widersprüchliche Seite des Künstlerdaseins – für Selbstzweifel, Kreativität, Selbstironie und den manchmal absurden Kunstbetrieb. Immendorff setzte den Affen deshalb nicht nur als lustige Figur ein. Er konnte durch ihn auch über sich selbst und seine Rolle als Künstler nachdenken.

Von der Düsseldorfer Kunstszene zur eigenen Position

Immendorff entwickelte sich aus dem Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie zu einem eigenständigen und international bekannten Künstler. Dabei war er eng mit wichtigen Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation verbunden.

A.R. Penck, Joseph Beuys, Georg Baselitz und Markus Lüpertz gehören zu den Namen, die in seinem Umfeld und teilweise auch in seinen Bildern auftauchen. Immendorff machte aus diesen Beziehungen jedoch keine reine Dokumentation der Düsseldorfer Kunstszene. Er verwandelte sie in seine eigene Bildwelt.

Besonders bei „Café Deutschland“ wird deutlich, wie stark persönliche Beziehungen und politische Fragen miteinander verbunden werden konnten. In späteren Arbeiten rückten Künstler und die Kunstwelt selbst zunehmend in den Mittelpunkt.

Damit verschob sich auch Immendorffs eigene Rolle: Er war nicht mehr nur der politisch engagierte Künstler, sondern wurde selbst zu einer wichtigen Figur des deutschen Kunstbetriebs.

Jörg Immendorff als Professor

1996 kehrte Immendorff an die Kunstakademie Düsseldorf zurück – diesmal als Professor für Malerei.

Diese Rückkehr ist eine bemerkenswerte Wendung in seiner Biografie. Als junger Künstler hatte er sich mit der Akademie und ihren traditionellen Strukturen angelegt. Jahrzehnte später gehörte er selbst zu ihren Professoren.

Für Immendorff war die Akademie damit nicht nur ein Ort aus seiner Vergangenheit. Er wurde nun selbst zum Lehrer und gab seine Erfahrungen an eine jüngere Generation von Künstlern weiter.

Zuvor hatte er bereits an der Städelschule in Frankfurt am Main gelehrt. Seine Professur in Düsseldorf machte ihn endgültig zu einem festen Bestandteil der Institution, die seine eigene künstlerische Entwicklung maßgeblich geprägt hatte.

Das Spätwerk von Jörg Immendorff

1997 wurde bei Jörg Immendorff ALS diagnostiziert. Die Krankheit schränkte seine körperlichen Möglichkeiten zunehmend ein. Trotzdem gab er seine künstlerische Arbeit nicht auf.

In seinen letzten Jahren veränderte sich seine Arbeitsweise. Die Bildsprache wurde teilweise ruhiger und konzentrierter, während Themen wie Vergänglichkeit und die eigene Endlichkeit stärker in den Vordergrund rückten.

Gleichzeitig griff Immendorff immer wieder auf Motive und Gedanken aus früheren Werkphasen zurück. Sein Spätwerk ist deshalb nicht als völliger Neubeginn zu verstehen. Vielmehr blickt der Künstler auf sein eigenes Werk zurück und entwickelt bestimmte Themen unter veränderten Bedingungen weiter.

Jörg Immendorff starb am 28. Mai 2007 in Düsseldorf.

Jörg Immendorff – ein Künstler mit vielen Seiten

Jörg Immendorffs Entwicklung führt von der intensiven Auseinandersetzung mit Joseph Beuys über seine politische Kunst und „Café Deutschland“ bis zu den späteren Künstlerbildern und dem „Affentheater“.

Was diese unterschiedlichen Phasen miteinander verbindet, ist seine Beschäftigung mit der Rolle des Künstlers. Immendorff wollte nicht einfach nur Bilder produzieren. Er wollte wissen, welche Verantwortung ein Künstler übernehmen kann, wie Kunst auf die Gesellschaft wirkt und wie ernst man sich selbst dabei nehmen sollte.

Vielleicht ist gerade diese Mischung aus politischem Anspruch, Selbstironie und persönlicher Konsequenz ein Grund dafür, dass Immendorffs Werk bis heute so eigenständig wirkt.

Vom Studenten zum Professor

Als junger Künstler studierte Immendorff an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Jahrzehnte später kehrte er als Professor an dieselbe Akademie zurück. Dieser Weg zeigt exemplarisch, wie sehr sich seine Stellung verändert hatte: Aus dem jungen, unangepassten Studenten war einer der bekanntesten deutschen Künstler seiner Generation geworden.

Jörg Immendorff Grafiken – Techniken und Editionen

Das grafische Werk von Jörg Immendorff ist umfangreich und begleitet seine gesamte künstlerische Entwicklung. Zwischen 1968 und 2006 entstanden Arbeiten in unterschiedlichen Drucktechniken, darunter Siebdrucke, Lithografien, Linol- und Holzschnitte, Radierungen, Aquatinten und weitere grafische Verfahren. Das maßgebliche Werkverzeichnis „Jörg Immendorff. Das grafische Werk“ dokumentiert diesen Werkkomplex mit zahlreichen Abbildungen.

Immendorff nutzte die Druckgrafik nicht nur, um seine Gemälde in kleinerem Format zu reproduzieren. Viele Grafiken sind eigenständige Arbeiten und zeigen, wie intensiv er mit Motiven, Figuren und Bildkompositionen gearbeitet hat.

Für Sammler ist das interessant, weil sich innerhalb des grafischen Werkes sehr unterschiedliche Arbeiten finden – von kleineren Blättern bis zu großformatigen, farbintensiven Editionen.

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Jörg Immendorff, Bourse

Welche Drucktechniken verwendete Jörg Immendorff?

Immendorff arbeitete mit einer ungewöhnlich großen Bandbreite an grafischen Techniken. Besonders häufig begegnen Linolschnitt, Siebdruck und Lithografie, daneben finden sich unter anderem Radierungen und Aquatinten.

Beim Linolschnitt wird das Motiv in eine Linolplatte geschnitten. Die erhabenen Flächen werden eingefärbt und anschließend auf Papier gedruckt. Gerade bei Immendorffs farbigen Linolschnitten entsteht dadurch eine sehr markante, teilweise fast malerische Wirkung.

Der Siebdruck ermöglichte Immendorff den Einsatz intensiver Farben und komplexer Farbschichten. Einige seiner Editionen wurden in zahlreichen Farben gedruckt. So entstand beispielsweise „Kopf I“ 1999 als Siebdruck in elf Farben, „Energie“ 2003 sogar in 18 Farben.

Auch Lithografien gehören zu seinem grafischen Werk. Hier entstehen die Motive über eine Druckplatte beziehungsweise einen Stein und können dadurch eine andere, teilweise weichere Wirkung als Linolschnitte oder Siebdrucke entwickeln.

Originalgrafik oder Reproduktion?

Bei einer Immendorff-Grafik handelt es sich nicht automatisch um eine Reproduktion eines Gemäldes. Viele seiner Druckgrafiken sind Originalgrafiken. Das bedeutet, dass Immendorff das grafische Verfahren selbst als künstlerisches Medium eingesetzt hat.

Ein gutes Beispiel ist der Linolschnitt „Alles was ihr von mir bekommt“ von 1990. Das Blatt wurde in einer Auflage von 35 nummerierten Exemplaren hergestellt und von Immendorff signiert und datiert.

Für Sammler ist deshalb die genaue Bezeichnung der Technik wichtig. Angaben wie Linolschnitt, Lithografie oder Siebdruck beschreiben nicht nur die Herstellung, sondern helfen auch dabei, die Arbeit innerhalb von Immendorffs grafischem Werk einzuordnen.

Auflage, Signatur und Nummerierung bei Immendorff-Grafiken

Ein wesentlicher Punkt beim Kauf einer Edition ist die Auflage. Sie gibt an, wie viele Exemplare einer grafischen Arbeit hergestellt wurden.

Bei Immendorff finden sich sehr unterschiedliche Auflagen. Beispiele reichen von 20 oder 33 Exemplaren bei einzelnen Linolschnitten bis zu 100 oder 200 Exemplaren bei bestimmten Siebdrucken. Zusätzlich können e.a.-Exemplare für „épreuve d'artiste“, also Künstlerexemplare, existieren.

Eine nummerierte Grafik trägt beispielsweise die Angabe 12/40. Das bedeutet, dass es sich um Exemplar Nummer 12 aus einer Auflage von insgesamt 40 nummerierten Exemplaren handelt.

Viele Immendorff-Grafiken sind außerdem handsigniert und datiert. Diese Angaben sind für die Einordnung einer Edition wichtig und sollten bei einem Angebot immer klar angegeben werden.

Was ist eine e.a.-Grafik?

Bei einer Grafik mit der Bezeichnung e.a. handelt es sich um ein Künstlerexemplar. Die Abkürzung steht für „épreuve d'artiste“, französisch für „Künstlerabzug“.

Diese Exemplare gehören nicht zur regulären nummerierten Auflage. Bei Immendorff finden sich beispielsweise Editionen mit 100 nummerierten Exemplaren zzgl. e.a..

Ein e.a.-Exemplar ist deshalb nicht automatisch wertvoller als ein nummeriertes Exemplar. Für die Bewertung spielen vielmehr die konkrete Arbeit, die Auflage, die Signatur, der Zustand und die Nachfrage nach dem jeweiligen Motiv eine Rolle.

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Jörg Immendorff, E.A. Künstlerexemplar

Was bestimmt den Wert einer Jörg Immendorff Grafik?

Der Preis einer Immendorff-Grafik lässt sich nicht allein anhand der Größe oder der Auflagenhöhe bestimmen. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Eine wichtige Rolle spielen Motiv, Entstehungszeit, Technik, Auflage, Signatur, Zustand und Provenienz. Auch die Bedeutung einer Arbeit innerhalb seines Gesamtwerks kann den Preis beeinflussen.

Besonders interessante Motive aus bekannten Werkgruppen können eine höhere Nachfrage erzielen. Gleichzeitig gibt es innerhalb des grafischen Werkes auch Arbeiten, die in vergleichsweise kleinen Auflagen erschienen sind, ohne deshalb automatisch zu den teuersten Grafiken zu gehören.

Aktuelle und vergangene Auktionsergebnisse zeigen diese Unterschiede deutlich. So wurde beispielsweise der farbige Linolschnitt „Surrealistisches Tribunal“ von 1998, Auflage 33, 2021 bei Dorotheum für 896 Euro verkauft. Eine „Café de Flore“-Arbeit von 1997/2003, Siebdruck über Linolschnitt auf Leinwand, Auflage 35, erzielte dort 2023 2.340 Euro. Solche Ergebnisse sind allerdings immer nur Momentaufnahmen und keine allgemeingültige Preisbewertung.

Jörg Immendorff kaufen – worauf sollte man achten?

Wer eine Grafik von Jörg Immendorff kaufen möchte, sollte sich zunächst die Werkdaten genau ansehen. Dazu gehören insbesondere Titel, Jahr, Technik, Blatt- und Motivmaß, Auflage sowie Angaben zu Signatur und Nummerierung.

Auch der Zustand des Blattes ist wichtig. Druckgrafiken werden auf Papier hergestellt und können entsprechend empfindlich auf Licht, Feuchtigkeit oder unsachgemäße Lagerung reagieren.

Bei größeren Arbeiten sollte außerdem zwischen Blattmaß und Motivmaß unterschieden werden. Das Blatt kann deutlich größer sein als die tatsächlich bedruckte Fläche.

Ein seriöses Angebot sollte deshalb nicht nur ein Foto und einen Preis nennen, sondern die wesentlichen Werkdaten transparent angeben.

Jörg Immendorff bei ART-LIMITED

Bei ART-LIMITED finden Sie ausgewählte Kunstwerke, Grafiken und Editionen von Jörg Immendorff. Dabei geht es nicht nur um bekannte Motive, sondern um Arbeiten, die aufgrund ihrer Technik, ihrer Bildsprache oder ihrer Einordnung in Immendorffs Werk interessant sind.

Bei jeder angebotenen Arbeit sind die wichtigen Werkdaten nachvollziehbar. Dazu gehören unter anderem Technik, Entstehungsjahr, Format, Auflage und Signatur.

Gerade bei Immendorff lohnt sich der Blick auf die einzelnen Details. Eine Grafik ist nicht einfach nur eine kleinere Version eines Gemäldes. Sie ist häufig ein eigenständiges Werk und kann einen ganz eigenen Zugang zur Bildwelt des Künstlers eröffnen.

Wenn Sie sich für eine bestimmte Arbeit interessieren oder Fragen zu einer Jörg Immendorff Grafik, Edition oder Skulptur haben, beraten wir Sie gerne persönlich.

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